Goldenes Licht bricht durch das Blätterdach, der Spätsommer thront hoch über dem Neckar. Es duftet nach frisch gemähtem Gras und einem Hauch von Gummibärchen. Nicht unweit entfernt, am Rande eines kleinen Eichenwäldchens, hört man kleine Schritte, Kichern, Rufe. „Vorsicht, bald wird’s gemütlich!“ warnt die Älteste ihre beiden Geschwister. Diese tasten sich mit geschlossenen Augen und der Hilfe ihrer Schwester vorwärts. Nun fühlen ihre Hände glattes, nach oben gebogenes Holz. Dreht es sich in den Himmel?

„Ok, ihr könnt jetzt gucken.“ Da öffnen sich die Kinderaugen, sie staunen: „Das ist ja besser als Weihnachten!“ Unter ihren Händen beginnt eine Wendeltreppe. Nicht in den Himmel, sondern in ein Baumhaus führt sie. In 2,5 Metern Höhe liegt es, duftet warm nach Zedernholzschindeln und ist für kalte Tage gedämmt. Begeistertes Poltern auf den Treppen vertreibt die staunende Stille. Sogleich wird das Baumhaus gestürmt, entdeckt, bespielt.

Während die Älteste durch den Kamin in die kuschlige Schlafloft klettert, probieren die anderen zwei das Kletternetz und die Feuerwehrrutschstange aus. „Madita, komm’ her, ich trau’ mich nicht!“ ruft da ihr kleiner Bruder. Madita kommt und rutscht mit ihm gemeinsam die Stange runter. Beide lachen, einer ruft: „Nochmal!“